Julio 19. 2024
Gewaltsames Verschwindenlassen
Newsletter 2/2024

Vielen Dank an alle, die sich die Zeit genommen haben unsere Umfrage zum Newsletter zu beantworten. Falls Sie noch nicht dazu gekommen sind, ist noch Zeit. Hier geht es zur Umfrage. 

Eilaktionen | Setzen Sie sich für Verschwundene ein: Aktuelle Urgent Actions zu Verschwindenlassen von Amnesty International
Eilaktion für die Freilassung des Menschrechtsverteidigers Anacleto Micha Ndong in Äquatorialguinea (hier). Er wurde am 1. März festgenommen, nachdem er einen Gendarmen beschuldigt hatte, ihn bei seiner vorherigen Haft im Jahr 2023 gefoltert zu haben.
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Unterschriftensammlung | Unterstützen Sie die Abuelas de la Plaza de Mayo
Die argentinische Organisation Abuelas de la Plaza de Mayo sammelt Unterschriften, um ihre Arbeit zur Suche nach den Verschwundenen zu unterstützen. Hintergrund der Petition sind die radikalen Maßnahmen der Regierung von Präsident Javier Milei gegen die Menschenrechtsarbeit im Land, einschließlich der Schließung oder Streichung finanzieller Mittel von Ministerien und Institutionen, die für die Suche von Verschwundenen unabdingbar sind.
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Unterschriftensammlung | Amnistía Internacional Spanien sammelt Unterschriften für verschwundene Migrant*innen
Am 24. Juni 2022 wurden mindestens 37 Personen, die größtenteils aus Subsahara-Afrika stammten, bei dem Versuch in die spanische Enklave Melilla in Marokko einzudringen, getötet. Sicherheitskräfte aus Spanien und Marokko gingen brutal gegen sie vor.
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Internationaler Rahmen | 133. Sitzung der UN-Arbeitsgruppe gegen gewaltsames oder unfreiwilliges Verschwindenlassen (WGEID)
Vom 6. bis 10. Mai 2024 tagte die UN-Arbeitsgruppe gegen gewaltsames oder unfreiwilliges Verschwindenlassen (WGEID) in Warschau. Während der Sitzung begutachteten die Expert*innen der Arbeitsgruppe 588 Fälle von Verschwindenlassen aus über 30 Ländern, sowie 65 Fälle von dem Verschwindenlassen gleichkommenden Verbrechen durch nicht-staatliche Akteure.
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Internationaler Rahmen | UN-Ausschuss bittet um Beiträge zur Vorbereitung seines Besuchs in Kolumbien
Eine Delegation des UN-Ausschusses gegen das Verschwindenlassen (CED) wird vom 25. November bis zum 6. Dezember 2024 zu einem offiziellen Besuch nach Kolumbien reisen.
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Internationaler Rahmen | Thailand, Südafrika und die Elfenbeinküste treten dem Übereinkommen gegen gewaltsames Verschwindenlassen bei
Im Mai 2024 ratifizierten drei weitere Staaten das Internationale Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Gewaltsamen Verschwindenlassen (ICPPED). Mit dem Beitritt Thailands und Südafrikas am 14. Mai und dem Beitritt der Elfenbeinküste am 6. Juni 2024 hat das Übereinkommen jetzt 75 Vertragsstaaten.
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Ägypten | Journalisten und Aktivisten werden Opfer von Verschwindenlassen
In Ägypten ist das Verschwindenlassen von Andersdenkenden keine Seltenheit. Im März 2024 wurde der ägyptische Journalist Yasser Abu Al-Ela von Sicherheitskräften festgenommen und ist seitdem verschwunden.
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Argentinien | Mitgründerin der Madres de Plaza de Mayo, Nora Cortiñas, verstorben
Am 30. Mai verstarb Nora Cortiñas, eine der Mitgründerinnen der argentinischen Angehörigenorganisation Madres de Plaza de Mayo (Mütter des Platzes der Mai-Revolution).
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Asien-Pazifik-Region/Deutschland | Besuch von Arbeitsgruppenmitglied Angkhana Neelapaijit in Berlin
Am 13. und 14. Mai 2024 stattete die thailändische Menschenrechtverteidigerin und Mitglied der UN-Arbeitsgruppe gegen gewaltsames oder unfreiwilliges Verschwindenlassen (WGEID), Angkhana Neelaphaijit, Berlin einen Besuch ab.
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Bosnien | Ex-Soldat der bosnisch-serbischen Armee wegen Verschwindenlassen von 16 bosnischen Zivilisten verurteilt
Am 3. Juni 2024 verurteilte der bosnische Staatsgerichtshof den ehemaligen Soldaten Zoran Ilic wegen seiner Mittäterschaft bei dem Verschwindenlassen von 16 bosniakischen Männern zu elf Jahren Haft.
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Burkina Faso | Anwalt und Armeeoffizier kurz nach Freilassung festgenommen und verschwunden
Am 29. Mai 2024 wurden der Anwalt Guy Hervé Kam und Lieutenant-colonel Emmanuel Zoungrana in Burkina Faso festgenommen. Guy Hervé Kam, Mitbegründer der zivilgesellschaftlichen Bewegung Le Balai Citoyen, war am 24. Januar 2024 verhaftet worden, weil er beschuldigt wird, die Staatssicherheit zu gefährden.
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Chile | Präsident Boric kündigt Teilenteignung von Grundstücken der Colonia Dignidad und Untersuchung von Zwangsadoptionen an
Anfang Juni 2024 gab der chilenische Präsident Gabriel Boric sein Vorhaben bekannt, Teile des Grundstücks der ehemaligen Colonia Dignidad, heute „Villa Baviera“, im Süden Chiles zu enteignen. Ziel der Enteignung ist es, an dem Ort eine Gedenkstätte und ein Dokumentationszentrum zu errichten, um an die Opfer der von dem deutschen Paul Schäfer gegründeten Sekte und der Diktatur von Augusto Pinochet zu erinnern.
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El Salvador | Der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt El Salvador im Fall „Cuéllar Sandoval und andere“
Am 16. Mai 2024 erklärte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte (IAGMR) den salvadorianischen Staat für das gewaltsame Verschwindenlassen von Patricia Emilie Cuéllar Sandoval, Mauricio Cuéllar Sandoval und Julia Orbelina Pérez verantwortlich.
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Gaza/Israel | Tausende Vermisste und Verschwundene im Gazakrieg
Nach neun Monaten Krieg werden im Gazastreifen tausende Menschen vermisst. Viele der Vermissten sind wohl unter Trümmern begraben oder verstorben und nicht identifiziert worden, oder sie haben den Kontakt zu ihren Familien wegen mangelnder Kommunikationsmöglichkeiten verloren.
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Jemen | Mitarbeiter*innen der UNO und jemenitischen Organisationen nach Festnahme durch Huthi-Miliz verschwunden
Die de facto-Regierung der Huthi-Miliz im Jemen nahm Anfang Juni mindestens 13 Mitarbeiter*innen der Vereinten Nationen und 14 Mitarbeiter*innen von jemenitischen und internationalen Nichtregierungsorganisationen fest. Seitdem ist ihr Verbleib unbekannt und es wird ihnen kein Rechtsbeistand gewährt.
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Kenia | 32 Verschwundene im Zuge der Unterdrückung von Jugendprotesten
Am 18. Juni 2024 brachen in Kenia Massenproteste gegen einen neuen Haushaltsentwurf von Präsident William Ruto aus, an denen sich besonders die Jugend beteiligte. Nachdem die Proteste zunächst friedlich verliefen, kam es auch zu Ausschreitungen und mehreren Todesfällen von Demonstrierenden.
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Kolumbien | Entwicklungen bei der Suche nach Verschwundenen und Gerechtigkeit
Am 29. April 2024 gründete die kolumbianische Regierung das Nationale Suchsystem (Sistema Nacional de Búsqueda, SNB) mit dem Ziel, die Suche nach den über 110,000 Verschwundenen im Land voranzubringen. Die Gründung des SNB war eine explizite Forderungen von Angehörigen und Menschenrechtsorganisationen in Kolumbien.
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Kolumbien | Verschwundene Studenten des Falls „Colectivo 82“ erhalten posthum Universitätsabschlüsse
In einem Akt der symbolischen Wiedergutmachung wurden am 8. und 9. April 2024 Universitätsabschlüsse an vier von acht Studenten verliehen, die 1982 Opfer von gewaltsamem Verschwindenlassen wurden.
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Mexiko | AMLO sieht keine Beweise für Beteiligung des Militärs im Fall Ayotzinapa
Ende Juni kündigte der mexikanische Präsident Andrés Manuel López Obrador (AMLO) an, er würde persönlich den Angehörigen der 43 verschwundenen Studenten aus Ayotzinapa einen Bericht mit neuen Erkenntnissen aus den Ermittlungen in dem Fall vorstellen.
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Pakistan | Belutschischer Aktivist Jameel Umar seit April verschwunden
Am 15. Mai wurde der kaschmirische Journalist und Dichter Ahmad Farhad aus seinem Haus in Islamabad verschleppt und war mehrere Wochen verschwunden.
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Sri Lanka | UNO-Menschenrechtsbüro veröffentlicht Bericht über die mangelnde Aufarbeitung des Verschwindenlassens in Sri Lanka
15 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs in Sri Lanka veröffentlichte das Büro des Hochkommissars für Menschenrechte (Office of the High Commissioner for Human Rights, OHCHR) der Vereinten Nationen im Mai 2024 den Bericht „Accountability for Enforced Disappearnaces in Sri Lanka“. In dem Bericht ruft OHCHR die sri-lankische Regierung dazu auf, das Ausmaß an Fällen von Verschwindenlassen sowie die Täterschaft von staatlichen Sicherheitskräften paramilitärischen Gruppen anzuerkennen, und darauf hinzuwirken, den Verbleib der Verschwundenen aufzuklären.
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Features | Dokuserie „No existe el olvido“ über das Verschwindenlassen in San Onofre de Torobé, Sucre (Kolumbien)
Das Nationale Zentrum für historische Erinnerung (Centro Nacional de Memoria Histórica, CNMH) in Kolumbien hat eine neue Dokuserie über das Verschwindenlassen in San Onofre (Provinz Sucre) herausgebracht.
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Features | Reportage „Me lo quitaron, voces sin justicia“ über das Verschwindenlassen in Mexiko
Die Reportage „Me lo quitaron, voces sin justicia" („sie haben ihn mir weggenommen, Stimmen ohne Gerechtigkeit”) von Noroeste TV, gedreht von Isaac Aranguré, erzählt anhand von Interviews mit Angehörigen von Verschwundenen
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Redaktion: Lene Guercke

 

Dieser Newsletter erscheint viermal jährlich und hält Sie mit Neuigkeiten, Berichten und Studien, Aktionen und Veranstaltungen zum Thema Verschwindenlassen auf dem Laufenden. Er basiert auf einer Vielzahl von Informationsquellen, darunter der Vereinten Nationen und der regionalen Menschenrechtssysteme sowie wissenschaftlichen Veröffentlichungen, offiziellen Dokumenten von Regierungen, Statements und Analysen von zivilgesellschaftlicher Seite sowie Medienberichterstattung. Falls Sie den Newsletter nicht mehr erhalten möchten, können Sie ihn hier jederzeit abbestellen. 

 

Disclaimer

 

Für den Inhalt dieser Publikation ist allein Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt von Brot für die Welt, der Elisabeth Käsemann Stiftung, von Engagement Global oder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wieder.

 

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