Seit Jahren kommt es in Ruanda immer wieder zu Fällen gewaltsamen Verschwindenlassens, die weder untersucht noch aufgeklärt werden. Besonders betroffen sind Politiker*innen der Opposition. So wurde etwa Illuminée Iragena seit März 2016 nicht mehr gesehen, nachdem sie sich in der ruandischen Hauptstadt Kigali auf den Weg zu ihrer Arbeit gemacht hatte. Am 8. Oktober 2018 gaben die ruandischen Behörden an, Boniface Twagirimana sei aus einem Hochsicherheitsgefängnis geflohen. Auch von ihm fehlt seitdem jede Spur. Eugène Ndereyimana verschwand am 15. Juli 2019. Alle drei waren in der Oppositionspartei FDU-Inkingi aktiv.

Amnesty International fordert Gerechtigkeit für die Verschwundenen und ihre Angehörigen: Ihre Fälle müssen untersucht, aufgeklärt und Schutzmechanismen implementiert werden. Amnesty fordert die ruandische Regierung zudem auf, das Internationale Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen zu ratifizieren.

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