Aktion 

Aktion zum Schutz von Migrant*innen vor Verschwindenlassen

Mehr als zehntausend meist minderjährige Geflüchtete gelten innerhalb der Europäischen Union als verschwunden, über das Mittelmeer fahrende Migrant*innen werden vermisst, in Nordafrika verschwinden Migrant*innen ebenso wie in Mexiko oder auf den inner-asiatischen Migrationsrouten.
Migrant*innen sind besonders gefährdet, Opfer von Verschwindenlassen zu werden. In der Hoffnung auf ein besseres Leben begeben sie sich meist unter prekären Bedingungen und ohne Schutz auf den Weg in ihr Zielland, meist auch ohne die jeweilige Sprache zu sprechen. Es dauert oft Wochen oder Monate, manchmal gar Jahre, bis Familienangehörige sie als vermisst melden können und sich auf die beschwerliche Suche nach ihren Liebsten machen.

Staaten tragen eine Verantwortung, Migrant*innen vor dem Verschwindenlassen zu schützen, verschwundene Personen zu suchen und die Fälle aufzuklären. 

Was bedeutet es für Familienangehörige, wenn ihre Liebsten verschwinden? Was unternehmen lokale Menschenrechtsorganisationen, um sie bei ihrer Suche zu unterstützen und die Rechte der Opfer zu stärken? Und was können internationale Organisationen und jede/r einzelne von uns gegen das Verschwindenlassen von Migrant*innen unternehmen? In den kommenden Wochen veröffentlichen wir auf der Internetseite www.gewaltsames-verschwindenlassen.de eine Reihe von Beiträgen zum Thema und lassen Betroffene und Expert*innen zu Wort kommen.

In der Koalition gegen Verschwindenlassen haben sich Vertreterinnen und Vertreter von Nicht-Regierungsorganisationen und Forschungsinstitutionen zusammengeschlossen, die seit vielen Jahren zu Menschenrechtsfragen arbeiten. Das Verschwindenlassen von Menschen ist ein besonders grausames Menschenrechtsverbrechen. Dazu gehört auch, dass eine Aufklärung systematisch verhindert wird. Dem wollen wir Öffentlichkeitsarbeit entgegensetzen. Auf unserer Internet-Plattform möchten wir gemeinsam und umfassend zu dem Thema informieren.

Machen auch Sie mit und schicken Sie uns Ihr Statement! Schreiben Sie Ihre Bitte an die Politik auf ein Plakat! Machen Sie ein Bild davon und schicken Sie es uns an aktion@gewaltsames-verschwindenlassen.de. Am 30. August 2020, dem Internationalen Tag der Opfer des Verschwindenlassens, veröffentlichen wir Beiträge und Forderungen.

Wir freuen uns, wenn das Foto folgende Anforderungen erfüllt: Format JPG, Hochformat, Auflösung mind. 72 dpi, Mindesthöhe 700 px.

Verschwindenlassen bezeichnet die Festnahme, Haft, Entführung oder jede andere Form von Freiheitsentzug durch Bedienstete des Staates, durch Personen oder Personengruppen, die mit der Erlaubnis, Unterstützung oder Duldung des Staates handeln, gefolgt von der Weigerung, diese Freiheitsberaubung anzuerkennen, oder der Verschleierung des Schicksals oder des Verbleibs der verschwundenen Person, wodurch sie dem Schutz des Gesetzes entzogen wird (Artikel 2, UN-Konvention gegen das Verschwindenlassen)

Ein geschlechtsspezifischer Blick auf die Praxis des Verschwindenlassens

Ein geschlechtsspezifischer Blick auf die Praxis des Verschwindenlassens

Statistiken über Verschwindenlassen sind durch männliche Opferlisten geprägt, auch weil sie sich meist nur auf die sogenannten „direkten“ Opfer beziehen. Dabei sind Mädchen und Frauen in vielfältigen Formen genauso Opfer von Verschwindenlassen. Einerseits sind sie direkte Opfer und als solche geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Andererseits sind sie indirekte Opfer, da sie als suchende Familienangehörige struktureller Gewalt und staatlichen Repressionsstrukturen ausgesetzt sind.

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Honduras, Guatemala und El Salvador haben die Verantwortung, ihren Staatsangehörigen Schutz zukommen zu lassen

Honduras, Guatemala und El Salvador haben die Verantwortung, ihren Staatsangehörigen Schutz zukommen zu lassen

Claudia Interiano ist Regionalkoordinatorin für Zentralamerika der Menschenrechtsorganisation FJEDD (Stiftung Gerechtigkeit und demokratischer Rechtsstaat). Sie erklärt, warum Militarisierung der Grenzen nicht dem Schutz migrierender Menschen dienen und welcher Zusammenhang zwischen den bewaffneten Konflikte der 80er Jahre und den Menschenrechtsverletzungen heute besteht und warum die Corona-Pandemie zu noch mehr Flüchtenden führen wird. #AufDemWegVerschwunden

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Verschwindenlassen von Arbeitsmigrant*innen in Nepal

Verschwindenlassen von Arbeitsmigrant*innen in Nepal

Die Situation von Arbeitsmigrant*innen aus Nepal beschreiben die englischen 3D – Difficult, Dangerous, Dirty, also schwierig, gefährlich, schmutzig. Wie es zu diesen Bedingungen kommt und wieso besonders Frauen und junge Mädchen verschwinden, erklärt Bijay Ray Gautam von INSEC (Informal Sector Service Centre). #AufDemWegVerschwunden

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Wie die Europäische Union in der Sahara regiert

Wie die Europäische Union in der Sahara regiert

Alarm Phone Sahara (APS) ist oft die letzte Rettung für Migrant*innen auf ihrer schwierigen Route durch die Sahara. Dabei beobachtet die Helfer*innen, wie die Menschen kriminalisiert und verschwundengelassen werden. Azizou Chehou, Koordinator von APS, erklärt im Interview, wie es zum Verschwindenlassen der Menschen kommt und welche Verantwortung die Europäische Union und afrikanischen Staaten dabei tragen. #AufDemWegVerschwunden

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El Salvador: Meine Tochter ist nicht tot

El Salvador: Meine Tochter ist nicht tot

Seit dem jahrelangen bewaffneten Konflikt zwischen Militärdiktatur und FMLN Guerrilla sind bis heute nur wenige Verbrechen aufgeklärt und strafrechtlich verfolgt worden. Die Straflosigkeit setzt sich bis heute fort: Seit Jahren ist El Salvador eines der Länder mit der höchsten Mordrate auf der Welt. #AufDemWegVerschwunden

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Nun haben wir eine mexikanische Regierung, die sich in ihrer Einstellung gegen die Migrant*innen kaum vor den USA verstecken muss.

Nun haben wir eine mexikanische Regierung, die sich in ihrer Einstellung gegen die Migrant*innen kaum vor den USA verstecken muss.

Mit dem Regierungswechsel haben wir alle auf bessere Bedingungen für eine Koordination gehofft. Die Regierung schien viel zugänglicher bei Problematiken zu sein, die zuvor kaum wirklich angegangen wurden: Migration, Asyl, Verhaftungen. Wir dachten, es könne nicht schlimmer kommen. Doch in der kurzen Zeit dieser neuen Regierung, im letzten Jahr, wurde das beim Thema Migration widerlegt. Mexiko hat sich der US-Position angepasst. Genau wie Zentralamerika. Und die US-Position heißt: Grenzen schließen, irreguläre Migration verhindern, keine Asylsuchenden in den USA. #AufDemWegVerschwunden

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Guatemala: Wir geben nicht auf, bis wir ihn finden

Guatemala: Wir geben nicht auf, bis wir ihn finden

Video: Das indigen geprägte Hochland Guatemalas ist eine fruchtbare Region, reich an kulturellem Erbe. Es ist aber ebenso arm und von einer Geschichte der Gewalt gepeinigt. In den 80er Jahren verübte die Militärdiktatur einen Völkermord an der Maya-Bevölkerung, Hunderttausende flohen ins benachbarte Mexiko. #AufDemWegVerschwunden

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Im Schatten des Nord-Dreiecks: die nicaraguanische Migration

Im Schatten des Nord-Dreiecks: die nicaraguanische Migration

Wenn von der zentralamerikanischen Migration die Rede ist, bezieht sich das in der Regel auf die drei Länder des sogenannten Nord-Dreiecks: Guatemala, Honduras, El Salvador. Als viertes Land der Region mit einer größeren Gruppe von Migrant*innen findet Nicaragua weniger Beachtung. Das hat mehrere Gründe. Zahlenmäßig reicht die Migration der Nicaraguaner*innen Richtung USA im letzten Jahrzehnt nicht an die der drei anderen Länder heran. #AufDemWegVerschwunden

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Die Suche nach Verschwundenen als kollektiver Prozess – Einblicke in die psychosoziale Begleitarbeit

Die Suche nach Verschwundenen als kollektiver Prozess – Einblicke in die psychosoziale Begleitarbeit

Die Person ist abwesend und doch nicht abwesend. Du selber stehst vor einem Konflikt: Gehe ich vom Tod der Person aus, bringe ich sie damit um. Gleichzeitig täusche ich mich vielleicht selbst. Die Familienangehörigen leiden enorm unter dieser Konstellation. Sie haben Schuldgefühle, weil sie zur Migration ermutigten. Weil die Armut sie zwang. Oder weil sie nicht wollten, dass sie weggingen. #AufDemWegVerschwunden

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Mexiko: Die Behörden verschränken nur die Arme

Mexiko: Die Behörden verschränken nur die Arme

Im Frühjahr 2011 verschwinden 23 junge Mexikaner auf ihrer Reise vom mittelmexikanischen Staat Guanajuato in Richtung USA spurlos. Nur einer wird später in einem geheimen Grab gefunden, im Bundesstaat Tamaulipas. #AufDemWegVerschwunden

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El Salvador: Ich hätte gerne ein Grab, wo ich um sie weinen kann.

El Salvador: Ich hätte gerne ein Grab, wo ich um sie weinen kann.

Seit dem jahrelangen bewaffneten Konflikt zwischen Militärdiktatur und FMLN Guerrilla sind bis heute nur wenige Verbrechen aufgeklärt und strafrechtlich verfolgt worden. Die Straflosigkeit setzt sich bis heute fort: Seit Jahren ist El Salvador eines der Länder mit der höchsten Mordrate auf der Welt. #AufDemWegVerschwunden

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Das Massaker von San Fernando

Das Massaker von San Fernando

Vor 10 Jahren wurden 72 Migrant*innen im nördlichen Mexiko entführt, gefoltert und brutal ermordet. Die Familienangehörigen haben ihren Kampf für Wahrheit und Gerechtigkeit nicht aufgegeben. In dieser Woche machen sie in Mexiko und international auf den Fall aufmerksam. Dazu zählen sie auf Ihre Unterstützung. #AufDemWegVerschwunden

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Aufstehen gegen eine Migrations- und Flüchtlingspolitik, die auf Ausgrenzung und Hetze setzt!

Aufstehen gegen eine Migrations- und Flüchtlingspolitik, die auf Ausgrenzung und Hetze setzt!

Die langjährige Europapolitikerin für die Grünen, Barbara Lochbihler, ist Mitglied im UN-Ausschuss gegen das Verschwindenlassen (CED). Sie erläutert in diesem Videointerview die Bedeutung der UN-Konvention gegen das Verschwindenlassen und ihre Arbeit im UN-Ausschuss und erklärt, was Unterzeichnerstaaten wie Zivilgesellschaften tun müssen und können, um das zigtausendfache gewaltsame Verschindenlassen auf der Welt zu bekämpfen.
#AufDemWegVerschwunden

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Honduras: Mama, ich will weg aus diesem Viertel!

Honduras: Mama, ich will weg aus diesem Viertel!

Das Leben im mittelamerikanischen Honduras ist oft geprägt von Bandenkriminalität, in vielen Gemeinden haben die Bandes das Sagen, zwingen junge Menschen zur Mitarbeit oder bekriegen sich opferreich untereinander. Hinzu kommt die abgründige Korruption, die auch das Gesundheitssystem an den Rand des Kollaps gebracht hat. Vor Gewalt und Perspektivlosigkeit fliehen vor allem die Jungen, Richtung Norden, durch Guatemala und Mexiko in Richtung USA. Viele kommen nie an. #AufDemWegVerschwunden

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Ohne sichere Migrationswege werden Migrant*Innen weiter verschwinden

Ohne sichere Migrationswege werden Migrant*Innen weiter verschwinden

„Flüchtende und Migrant*Innen verschwinden auf der ganzen Welt, aber sie verschwinden vor allem dort, wo sie gezwungen sind, sich auf besonders gefährliche Migrationswege zu begeben“, sagt Silke Pfeiffer, Leiterin des Referats Menschenrechte und Frieden von Brot für die Welt, im Videointerview mit Ute Löhning, in dem sie über das Ausmaß des Verschwindenlassens von Migrant*innen, die Verantwortung Deutschlands und Europas und mögliche Maßnahmen zum Schutz von Flüchtenden und Migrant*Innen spricht. #AufDemWegVerschwunden

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Guatemala: Was die Regierungen machen, ist Migrant*Innen zu töten

Guatemala: Was die Regierungen machen, ist Migrant*Innen zu töten

Das indigen geprägte Hochland Guatemalas ist eigentlich eine fruchtbare Region, reich an kulturellem Erbe. Nicht zuletzt der Goldbergbau hat jedoch ganze Landschaften zerstört und vielen Familienbetrieben ihre Lebensgrundlage entzogen. Die Hoffnung auf ein besseres Leben liegt für viele junge Maya-Indígena heute in den USA. So auch für Juan und Santiago, die auf ihrem Weg gen Norden verschwunden sind. In diesem Videobeitrag berichten ihre Familien über ein Schicksal, welches sie mit vielen anderen Familien der Region teilen.
#AufDemWegVerschwunden

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