Am 15. Januar 2026 jährt sich das Verschwinden von Antonio Díaz und Ricardo Lagunes zum dritten Mal. Die Plattform A dónde van los desaparecidos. arbeitete den Fall mit einer klaren Betonung der Mitverantwortung des Minenkonzerns Ternium sowie der Rolle staatlicher Akteure und dem organisierten Verbrechen ausführlich auf.
Guatemala | Präsident bittet um Entschuldigung
Guatemalas Präsident Bernardo Arévalo bat die Familien von vier Menschenrechtsverteidiger*innen, die 1989 während des internen Konflikts (1960–1996) gewaltsam verschwunden gelassen worden waren, öffentlich um Entschuldigung.
Ecuador | Repression gegen Demonstrierende und Urteil gegen Soldaten
Amnesty International zeigt sich besorgt über die jüngste Repressionswelle gegen Proteste in Ecuador. Demonstrationen gegen einen höheren Ölpreis hatten sich Ende September, Anfang Oktober 2025 zu einem nationalen Streik gegen Präsident Noboas Sicherheitspolitik ausgeweitet. Besonders die Zunahme von Fällen des gewaltsamen Verschwindenlassens durch das Militär erregte seit einigen Monaten massive Kritik. Dabei kam es zu hunderten Verletzten, mehreren Toten, und über ein Dutzend Menschen gelten noch immer als verschwunden.
Eilaktion: Venezuela | Systematisches Verschwindenlassen stoppen
Amnesty International dokumentierte seit Juli 2024 mindestens 15 Fälle von gewaltsamen Verschwindenlassen von denen 11 Personen bis heute verschwunden sind, darunter auch ausländische Staatsangehörige. Die NGO legt in ihrem Bericht dar, dass die Regierung insbesondere politische Gegner*innen systematisch verschwinden lässt und stuft das Vorgehen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein.
Mexiko | Massengräber, Reformen und der Einsatz von Angehörigen für Gerechtigkeit
Nach dem der UN-Ausschuss gegen das gewaltsame Verschwindenlassen (CED) im April erstmals in der Geschichte Artikel 34 der UN-Konvention gegen das gewaltsame Verschwindenlassen gegenüber Mexiko aktivierte (wir berichteten) hat sich einiges getan.
Kolumbien | Ambivalente Übergangsjustiz und das Vermächtnis von Yanette Bautista
Die kolumbianische Sonderjustiz für den Frieden (JEP) hat Ende Mai 2025 entschieden, die Strafverfolgung gegen 34 Militärs einzustellen, die für außergerichtliche Hinrichtungen und gewaltsames Verschwindenlassen verantwortlich gemacht werden. Damit werden nicht nur Ermittlungen beendet, sondern auch Gerichtsakten gelöscht. Besonders umstritten ist die Entscheidung, da sie auch sechs Militärs betrifft, die am Fall von Fair Leonardo Porras Bernal beteiligt waren – einem von über 6.400 dokumentierten „falsos positivos“, bei denen Zivilist*innen ermordet und als gefallene Guerilla-Mitglieder ausgegeben wurden. Opferverbände, Anwaltskollektive und Menschenrechtsorganisationen kritisieren dies als eine „de facto Amnestie“ für schwere Menschenrechtsverbrechen.
Eilaktion: Mexiko | Gewalt gegen Angehörige Verschwundener und Menschenrechtsverteidigerin Dora Roblero stoppen
Amnesty International hat eine Kampagne und Unterschriftenaktion zum Schutz von Familienangehörigen Verschwundener gestartet. Einem von Amnesty erstellten Bericht zufolge haben 97 Prozent der befragten Angehörigen mindestens einmal Gewalt im Zuge der Suche nach ihren Kindern erfahren. Zu diesen Übergriffen gehören Drohungen, Erpressungen, Belästigungen, Entführungsversuche und in extremen Fällen Mord oder Verschwindenlassen. Darüber hinaus haben viele ihre Arbeitsplätze, ihr Vermögen und ihre Gesundheit verloren. Sie leben mit Schlaflosigkeit, Angst, chronischer Krankheit und sozialer Isolation, die ihr Kampf mit sich bringt.
Der Mut der Yaneth Bautista
Ich stieg Mitte der 90er Jahre als Neuling in Kolumbien aus dem Flugzeug, um an der Gründung des Projekts der Peace Brigades International (pbi) in Kolumbien mitzuwirken. Wir kamen mit der Erfahrung aus El Salvador und Guatemala, wo wir Menschenrechtsverteidiger*innen, Gewerkschafter*innen, Gemeindevorsteher*innen und indigene Gemeinden begleitet hatten, die sich mit einer Gewalt aus Krieg und politischer Unterdrückung konfrontiert sahen, die Leben zerstörte, Existenzen bedrohte und Menschen verschwinden ließ.
Kolumbien: Fortschritte bei der Suche nach Verschwundenen – ein Reisebericht
Vor zwölf Jahren, im Sommer 2013, führten mich Angehörige von Verschwundenen und lokaler Menschenrechtsorganisationen in der von der Gewalt besonders heimgesuchten Comuna 13 von Medellín auf einen Hügel oberhalb des Viertels. Von oben bot sich eine eindrucksvolle Rundsicht auf die Stadt Medellín, eingebettet in das Tal von Aburrá. Doch nicht dieses Panorama war der Grund des Besuchs, sondern der Blick direkt hinunter auf einen riesigen Müllberg – auf spanisch „La Escombrera“.
Eilaktion: Ecuador | 23 Männer im Rahmen der Bekämpfung der Kriminalität verschwunden
Amnesty International bittet um die Beteiligung an einer Eilaktion die sich an die ecuadorianische Staatsanwaltschaft richtet. Diese solle umgehend nach 23 Männern suchen, die 2024 nach militärischen Einsätzen im Rahmen des von Präsident Noboa erklärten internen bewaffneten Konflikts verschwanden.




