Am 5. August 2021verschwand der Menschenrechtsverteidiger Vicente Suástegui Muñoz im mexikanischen Bundesstaat Guerrero. Das Menschenrechtszentrum Tlachinollan ruft mit Unterstützung des Nationalen Netzwerks ziviler Menschenrechtsorganisationen „Alle Rechte für Alle“ (Red TdT) zur Unterstützung ihrer Eilaktion auf, welche das sofortige und lebendige Auftauchen des Menschenrechtsverteidigers fordert.

Am 5. August 2021 arbeitete Vicente Suástegui Muñoz als Taxifahrer in der Gemeinde Acapulco, als ihn drei bewaffnete Personen in einem roten Lieferwagen verschwinden ließen. Im Vorfeld seines Verschwindenlassens hatte der Gemeindeverteidiger am 13. Juli bei der Menschenrechtskommission von Guerrero Anzeige erstattet. Er beschuldigte Mitglieder der Marine des Versuchs, gewaltsam in sein Haus eingedrungen zu sein und ihm den Besitz eines Berichts über Drogenhandel angelastet zu haben.

Vicente Suástegui Muñoz ist Mitglied eines Zusammenschlusses lokaler Gemeinden im Widerstand gegen das Staudammprojekt La Parota (CECOP). CECOP ist eine Basisorganisation, die sich aus ländlichen Gemeinden in der Region Acapulco zusammensetzt, und sich durch ihren Wiederstand gegen den Staudamm dem staatlichen Stromunternehmen CFE entgegenstellt. Die CECOP wehrt sich damit gegen die Flutung von 17.000 Hektar Ackerland, gegen die Umsiedlung von rund 25.000 Menschen und verteidigt den natürlichen Lauf des Papagayo-Flusses.

Die Mitglieder der CECOP werden kriminalisiert, -um den Widerstand gegen das Staudammprojekt zu brechen. Bereits 2018 nahm die Polizei die Brüder Marco Antonio und Vicente Suástegui Muñoz sowie 25 weitere Mitglieder der CECOP fest und folterte die Brüder im Gefängnis. 2019 wurden alle Anschuldigungen gegen 16 Mitglieder der CECOP fallen gelassen und sie kamen frei. Das Verschwindenlassen von Vicente Suástegui Muñoz findet in einem Kontext allgemeiner Gewalt in Guerrero statt. Staatliche Akteure und Gruppen des organisierten Verbrechens sind eng miteinander verwickelt.

Die Unterzeichner*innen dieser Eilaktion, fordern die mexikanischen Behörden auf:

  • Unverzügliche, sorgfältige und umfassende Ermittlungen über den Verbleib von Vicente Suástegui Muñoz einzuleiten.
  • Schutzmaßnahmen für die Familie von Vicente und Marco Antonio Suástegui Muñoz und die Mitglieder des CECOP zu garantieren.
  • Garantien für Sicherheit, Rechtsschutz und Zugang zur Justiz für Menschenrechtsverteidiger*innen im Bundesstaat Guerrero.

Die Eilaktion kann hier unterzeichnet werden: https://redtdt.org.mx/aparicion-con-vida-de-vicente-suastegui-munoz-integrante-del-cecop/