
Die jüngsten Massaker an Alawiten Nordwesten Syriens erschüttern das Land drei Monate nach dem Sturz Assads. Gleichzeitig arbeiten zivile Institutionen sowie UN-Institutionen an der Dokumentation und Aufarbeitung der Verbrechen den Kriegsjahre.
Ein Bericht des Syrian Network for Human Rights (SNHR) belegt, dass das Assad-Regime die Todesstrafe systematisch zur Ausschaltung von Oppositionellen nutzte. Bis August 2024 befanden sich 136.614 Menschen in seiner Gewalt, darunter 112.414, deren Schicksal noch immer unbekannt ist. Beweise deuten darauf hin, dass die Mehrheit von ihnen in Gefängnissen durch Folter oder geheime Exekutionen ohne rechtliches Verfahren getötet wurde.
Das SNHR deckt zudem schwere Verstöße gegen Kinder auf, darunter das gewaltsame Verschwindenlassen Minderjähriger und die Hinrichtung von Jugendlichen nach Erreichen des 18. Lebensjahres. SNHR dokumentierte 3.700 Fälle von verschwundenen Kindern und 190, die unter Folter starben. Zudem wurden mindestens 50 Kinder zwischen 2018 und 2024 durch Militärfeldgerichte hingerichtet.
Der Bericht (kompletter Download hier) fordert Sanktionen gegen Verantwortliche, strafrechtliche Aufarbeitung und die Abschaffung repressiver Sondergerichte. Ein Prozess der Übergangsjustiz sei entscheidend, um künftige Verbrechen zu verhindern.