Allgemeine Informationen
WGEID | Mitglieder der Arbeitsgruppe nehmen an Sitzung der Afrikanischen Kommission für Menschenrechte teil
Die UN-Arbeitsgruppe gegen gewaltsames oder unfreiwilliges Verschwindenlassen (WGEID) hat im Oktober auf der 85. Ordentlichen Sitzung der Afrikanischen Kommission für Menschenrechte und Rechte der Völker (ACHPR), sowie an mehreren Side-events und Panels teilgenommen. Sie bewertet ihre Teilnahme an der Sitzung als wichtig und konstruktiv und hofft somit zur stärkeren Sichtbarkeit gewaltsamen Verschwindenlassens auf dem afrikanischen Kontinent beigetragen zu haben. In einem Sondernewsletter werden die einzelnen Events beschrieben.
CED | Vorstellung des Jahresberichts und Call for Inputs
Der UN-Ausschuss gegen das gewaltsame Verschwindenlassen (CED) hat am 21. Oktober 2025 seinen jährlichen Bericht vor der UN-Generalversammlung vorgestellt und nun das erste Mal auch formal Artikel 34 der Konvention gegen das Verschwindenlassen gegenüber Mexiko aktiviert (siehe Beitrag Mexiko in diesem Newsletter). Weitere Schritte wurden bisher nicht bekannt gegeben.
Syrien | Mindestens 97 Personen in diesem Jahr verschwunden
Nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 bleibt für viele syrische Familien das Schicksal ihrer Angehörigen ungeklärt (wir berichteten). Obwohl eine Nationale Kommission für Vermisste eingerichtet wurde, fehlen Fortschritte bei der Suche und Aufklärung.
Mexiko | Artikel 34 aktiviert und neue Massengräber
Am 15. Januar 2026 jährt sich das Verschwinden von Antonio Díaz und Ricardo Lagunes zum dritten Mal. Die Plattform A dónde van los desaparecidos. arbeitete den Fall mit einer klaren Betonung der Mitverantwortung des Minenkonzerns Ternium sowie der Rolle staatlicher Akteure und dem organisierten Verbrechen ausführlich auf.
Guatemala | Präsident bittet um Entschuldigung
Guatemalas Präsident Bernardo Arévalo bat die Familien von vier Menschenrechtsverteidiger*innen, die 1989 während des internen Konflikts (1960–1996) gewaltsam verschwunden gelassen worden waren, öffentlich um Entschuldigung.
Ecuador | Repression gegen Demonstrierende und Urteil gegen Soldaten
Amnesty International zeigt sich besorgt über die jüngste Repressionswelle gegen Proteste in Ecuador. Demonstrationen gegen einen höheren Ölpreis hatten sich Ende September, Anfang Oktober 2025 zu einem nationalen Streik gegen Präsident Noboas Sicherheitspolitik ausgeweitet. Besonders die Zunahme von Fällen des gewaltsamen Verschwindenlassens durch das Militär erregte seit einigen Monaten massive Kritik. Dabei kam es zu hunderten Verletzten, mehreren Toten, und über ein Dutzend Menschen gelten noch immer als verschwunden.
Frankreich | Strafanzeige gegen TotalEnergies
Die Menschenrechtsorganisation European Centre for Constitutional and Human Rights (ECCHR) reichte im November 2025 Strafanzeige gegen TotalEnergies bei der französischen Antiterror-Staatsanwaltschaft ein. Dem multinationalen Konzern wird Beihilfe zu Kriegsverbrechen, Folter und gewaltsamem Verschwindenlassen in Mosambik vorgeworfen.
Malaysia | Klage gegen Polizei und Regierung gewonnen
Susanna Liew, die Frau von Raymond Koh, einem malaysischen Pastor, der vor acht Jahren entführt und gewaltsam verschwunden gelassen wurde, hat eine bedeutende Klage gegen die Polizei und Regierung gewonnen und wird eine Entschädigung erhalten. Obwohl der letzte Aufenthaltsort ihres Mannes noch zu klären ist, gilt der Fall als wegweisend.
Bangladesch | Offiziere verurteilt
In Bangladesch steht das Thema gewaltsames Verschwindenlassen zunehmend im Mittelpunkt der Aufarbeitung des 2024 gestürzten Regimes unter Sheikh Hasina (wir berichteten). Wenige Tage nachdem das International Crimes Tribunal (ICT Bangladesh) Haftbefehle wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen 25 Militärangehörige und ehemalige Geheimdienstmitarbeitende ausgestellt hatte, nahm die Armee Mitte Oktober 15 Offiziere fest. Sie werden für Fälle des gewaltsamen Verschwindenlassens, illegaler Inhaftierungen in geheimen Zentren wie „Aynaghar“ sowie Folter und Mord zwischen 2016 und 2024 verantwortlich gemacht.
Burkina Faso | Zunahme von Fällen des Verschwindenlassens durch Militärjunta
Seit dem 10. Oktober 2025 gelten in Burkina Faso sechs Richter, ein Anwalt sowie mehrere Justiz- und Medienvertreter als verschwunden. Human Rights Watch befürchtet, dass sie möglicherweise für das Militär zwangsrekrutiert worden sein könnten und verortet den Fall im Zusammenhang mit einer Repressionswelle der Militärjunta gegen unabhängige Institutionen.





