Nach dem Sturz des Assad-Regimes im Dezember 2024 bleibt für viele syrische Familien das Schicksal ihrer Angehörigen ungeklärt (wir berichteten). Obwohl eine Nationale Kommission für Vermisste eingerichtet wurde, fehlen Fortschritte bei der Suche und Aufklärung. Angehörige berichten über mangelnde Kommunikation und fehlende konkrete Ergebnisse. Unterdessen dokumentierte das Büro des UN-Hochkommissars für Menschenrechte (OHCHR), dass seit Januar 2025 mindestens 97 Personen in Syrien abgeführt oder verschwunden sind und weist auf anhaltende neue Fälle von gewaltsamen Verschwindenlassen hin.

Diese Zahlen kommen zu den mehr als 100.000 Menschen, die bereits unter dem ehemaligen Assad-Regime vermisst wurden, hinzu. Die zunehmende Gewalt in den kurdischen Gebieten Syriens ist ein Vorbote dafür, wohin sich die neue syrische Regierung entwickelt. In diesem Zusammenhang ist es fatal, dass Innenminister Dobrindt Ende Dezember die erste Abschiebung eines Mannes nach Syrien veranlasste, wo auch er Gefahr läuft Opfer von Gewalt oder Verschwindenlassen zu werden.