Allgemeine Informationen
Santiago Esteban Nattino Allende
Am 28. März 1985 wurde er von der chilenischen Polizei, den Carabineros, festgenommen. Zusammen mit Manuel Guerrero Ceballos und José Manuel Parada Maluenda wurde er auf einer Polizeiwache der Direktion für Kommunikation der Carabineros (Dicomcar) festgehalten und gefoltert. Am 30. März wurden die drei in der Nähe des Flughafens von Santiago de Chile brutal ermordet. Ihre Leichname wurden einige Tage später gefunden.
Kenia Cristina Cruz Gómez
Kenia Cristina Cruz Gómez aus El Salvador wurde von örtlichen Banden (maras) bedrängt und entschied deshalb, sich Anfang 2016 auf den Weg in die USA zu machen. Ihre Mutter suchte einen Schlepper (coyote) auf, der 7500 US-Dollar verlangte, um Kenia Cruz in die USA zu bringen. Kurz nachdem sie ihre Mutter aus McAllen, Texas, angerufen und ihr erzählt hatte, dass sie es geschafft hätten, die Grenze zu überqueren, verschwand Kenia in der Wüste von Texas. Ihre Onkel und Tanten in den USA kontaktierten auf der Suche nach Kenia Cruz Leichenhallen und die Ángeles del Desierto („Wüstenengel“, eine Organisation von Freiwilligen, die Migrant:innen in der Wüste sucht und rettet) in McAllen und besuchten die Gefängnisse von San Antonio und Falfurria, aber sie fanden nichts. Sie reichten auch eine Beschwerde bei der Einwanderungsbehörde ein, doch im System gab es keine Informationen.
Jaime Enrique Gómez Velázquez
Er verschwand am 21. März 2006, als er im Parque Nacional in Bogotá joggen war. Einen Monat später, am 23. April 2006, fand man seine Überreste in dem Park. Die kolumbianische Regierung behauptete, es habe sich um einen Unfall gehandelt. Da die Ermittlungen in dem Fall nicht vorankamen und aktiv behindert wurden, brachten seine Angehörigen 2009 den Fall vor die Interamerikanische Menschenrechtskommission, die 2019 ihren Bericht vorstellte.
Gloria Kehoe Wilson de Infante
Am 13. Juni 1977 wurde sie zusammen mit ihrem Mann, Adolfo Vicente Infante Allende, in Buenos Aires verschleppt und im geheimen Folterzentrum Escuela Superior de Mecánica de la Armada (ESMA) festgehalten.
Gloria Amparo Ibarra Ibarra
Gloria Amparo Ibarra Ibarra schloss sich Ende der 1980er Jahre der Bauernbewegung an, nachdem die internationale Kaffeekrise dazu geführt hatte, dass Kleinbauern und -bäuerinnen verarmten und Tausende von Landarbeiter*innen ihre Arbeit verloren.
Deybis Paz Guzmán
Deybis Paz Guzman aus Honduras machte sich am 29. April 2011 in Begleitung seines Bruders und zwei weiterer Freunde auf den Weg in die USA. Als sein Bruder und die Freunde entschlossen, nach Honduras zurückzukehren, setze Deybis Paz seinen Weg allein fort.
Eilaktionen | Setzen Sie sich für Verschwundene ein: Aktuelle Urgent Actions zu Verschwindenlassen von Amnesty International
Eilaktion für die Freilassung des Menschrechtsverteidigers Anacleto Micha Ndong in Äquatorialguinea (hier). Er wurde am 1. März festgenommen, nachdem er einen Gendarmen beschuldigt hatte, ihn bei seiner vorherigen Haft im Jahr 2023 gefoltert zu haben.
Unterschriftensammlung | Unterstützen Sie die Abuelas de la Plaza de Mayo
Die argentinische Organisation Abuelas de la Plaza de Mayo sammelt Unterschriften, um ihre Arbeit zur Suche nach den Verschwundenen zu unterstützen. Hintergrund der Petition sind die radikalen Maßnahmen der Regierung von Präsident Javier Milei gegen die Menschenrechtsarbeit im Land, einschließlich der Schließung oder Streichung finanzieller Mittel von Ministerien und Institutionen, die für die Suche von Verschwundenen unabdingbar sind.
Unterschriftensammlung | Amnistía Internacional Spanien sammelt Unterschriften für verschwundene Migrant*innen
Am 24. Juni 2022 wurden mindestens 37 Personen, die größtenteils aus Subsahara-Afrika stammten, bei dem Versuch in die spanische Enklave Melilla in Marokko einzudringen, getötet. Sicherheitskräfte aus Spanien und Marokko gingen brutal gegen sie vor.
Internationaler Rahmen | 133. Sitzung der UN-Arbeitsgruppe gegen gewaltsames oder unfreiwilliges Verschwindenlassen (WGEID)
Vom 6. bis 10. Mai 2024 tagte die UN-Arbeitsgruppe gegen gewaltsames oder unfreiwilliges Verschwindenlassen (WGEID) in Warschau. Während der Sitzung begutachteten die Expert*innen der Arbeitsgruppe 588 Fälle von Verschwindenlassen aus über 30 Ländern, sowie 65 Fälle von dem Verschwindenlassen gleichkommenden Verbrechen durch nicht-staatliche Akteure.






