padres_normalistas_1(Februar 2015)

von Christiane Schulz

In der Nacht vom 26. auf den 27. September 2014 wurden 43 Lehramtsstudenten der Hochschule Escuela Normal Rural Raúl Isidro Burgos aus Ayotzinapa im Bundesstaat Guerrero Opfer von Verschwindenlassen. Das gewaltsame Verschwindenlassen einer größeren Gruppe ist kein Einzelfall in Mexiko. Das Besondere an dieser Situation war die schnelle Reaktion, Artikulation und Mobilmachung zivilgesellschaftlicher Organisationen, um die Verschwundenen zu suchen und selbiges auch von der Regierung einzufordern. Die öffentliche Empörung nahm ein bisher nicht gekanntes Ausmaß an. Möglicherweise reagierte die Zivilgesellschaft so massiv, weil die übliche Zuschreibung auf einen Konflikt zwischen zwei verfeindeten Banden der organisierten Kriminalität nicht griff, oder weil das lange bekannte Zusammenwirken zwischen korrupten Sicherheitskräften, Justiz und kommunalen Amtsträgern mit diesem Verbrechen eine neue Dimension angenommen hatte.

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Länderberichte

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    Berlin,17. Oktober 2016. Vertreterinnen und Vertreter der Vereinten Nationen und Fachleute aus Kolumbien diskutierten über das Recht auf Wahrheit, Wiedergutmachung und Nicht-Wiederholung bei „gewaltsamem Verschwindenlassen“ im Kontext des kolumbianischen Friedensprozesses.

  • Mexiko: Spuren der Erinnerung

    „Spuren der Erinnerung“ sind die Botschaften von Verwandten an ihre verschwundenen Lieben in Mexiko. Eine Kunstprojekt von Alfredo López Casanova.

  • Spanien: Die Suche nach der eigenen Identität – Aufarbeitung der Vergangenheit als notwendiger Beitrag zur Entwicklung eines kollektiven Gedächtnisses in Spanien

    150.000 Opfer der Franco-Diktatur gelten in Spanien nach wie vor als „verschwunden“. Sie liegen auch Jahrzehnte nach dem Ende der Diktatur noch in anonymen Gräbern im ganzen Land verscharrt.

  • Mexiko: Wenn aus Holzstücken Knochenreste werden

    Mitglieder der Freiwilligen-Organisation „Nationale Suchbrigade Verschwundener Personen“ fanden, nur acht Kilometer von den Grenzen der 200.000 Einwohnerstadt Córdoba entfernt, in 15 klandestinen Gräbern Kleider- und Knochenreste mit Brandspuren. Sie gehören mit hoher Wahrscheinlichkeit zu verschwundenen Personen.

  • Ägypten: Dutzende in Geheimgefängnissen inhaftiert

    Human Rights Watch dokumentiert in dem Bericht „Egypt: Dozens Detained Secretly – National Security Officers Operating Outside the Law” vom 20. Juli 2015 die Praxis der ägyptischen Sicherheitskräfte und Justiz Menschen gewaltsam verschwinden zu lassen.

  • Mexiko: Zehntausende Opfer des Verschwindenlassens

    Mexiko erlebt eine der schwersten Menschenrechtskrisen seit Jahren. Zehntausende Menschen sind Opfer des Verschwindenlassens geworden – und die Behörden unternehmen fast nichts, um diese Verbrechen aufzuklären. Das geht aus dem neuen Amnesty-Bericht „Treated With Indolence: The State’s Response To Disappearances In Mexico“ hervor. „

  • Mexiko: Die anderen Verschwundenen

    Guerrero ist einer der gefährlichsten Bundesstaaten Mexikos. Das Verschwindenlassen von Personen hat hier eine lange Geschichte. Mindestens 375 Menschen sind allein rund um Iguala in den letzten Jahren verschwunden. Nur wenige werden gefunden. Viele Angehörige suchen seit Jahren selbst nach ihren vermissten Verwandten.

  • Verschleppt in Ägypten – Hundert Fragen, keine Antwort

    Seit 2015 sind zahlreiche Ägypter verschwunden. In geheimen Haftanstalten wird gefoltert. Viele der Verschleppten tauchen nie wieder auf. Artikel zuerst veröffentlicht in der Taz am 23.01.2016.

  • Syrien: Im Schatten des Krieges

    Seitdem der Bürgerkrieg in Syrien 2011 begann, ist das Verschwindenlassen von Menschen eine der wichtigsten Waffen des Assad-Regimes. Annabel Wahba und Ana Kemper erzählen in ihrem Beitrag „Im Schatten des Krieges“, zuerst erschienen im ZEITmagazin im Dezember 2015, die Geschichten von zehn verschwundenden Männern und Frauen.

  • Offener Brief an Präsident Mugabe

    Die Generalsekretäre von Amnesty International und Human Rights Watch, Salil Shetty und Kenneth Roth, wenden sich anlässlich des Verschwindens von Itai Dzamara (36) am 9. März 2015 an Präsidenten von Zimbabwe Mugabe.

Ayotzinapa / Mexiko: Dokumentation und Analyse eines Menschenrechtsverbrechens