Im August überschlugen sich in Bangladesch die Ereignisse. Massive Proteste Studierender erzwangen einen Machtwechsel: Die umstrittene Premierministerin Sheikh Hasina trat zurück, und Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus wurde zum Interimsregierungschef ernannt. Yunus hatte sich besonders durch die Schließung des Foltergefängnisses Aynaghor und das Aufdecken politischer Entführungen Anerkennung verdient gemacht. Erst langsam wird das ganze Ausmaß der Repressionen unter Hasina deutlich, wie die NZZ berichtet.
Philippinen | Film über Verschwindenlassen zensiert
Der philippinische Filmemacher JL Burgos hat den Dokumentarfilm Alipato at Muog (Fliegende Glut und eine Festung) über das gewaltsame Verschwindenlassen seines Bruders Jonas Burgos veröffentlicht. Der Film erzählt von der Entführung des Bauernaktivisten, der am 28. April 2007 in einem Einkaufszentrum in Quezon City von Militärangehörigen entführt wurde und seitdem vermisst wird. Zu den militärischen Offizieren, die mit der Entführung in Verbindung gebracht werden, zählt auch Eduardo Año, der damalige Geheimdienstchef der Armee und heutige nationale Sicherheitsberater von Präsident Ferdinand Marcos Jr.
Angkhana Neelapaijit: „Die Zahlen sind nur die Spitze des Eisbergs“
Gewaltsame Konflikte in oder zwischen Ländern, Unterdrückung von kritischer Zivilgesellschaft, politischer Opposition und/oder Minderheiten, Menschenhandel, Migration und andere Phänomene sind die Kontexte, in denen in vielen Ländern der Asien-Pazifik-Region Menschen gewaltsam verschwinden.
Internationaler Rahmen | Thailand, Südafrika und die Elfenbeinküste treten dem Übereinkommen gegen gewaltsames Verschwindenlassen bei
Im Mai 2024 ratifizierten drei weitere Staaten das Internationale Übereinkommen zum Schutz aller Personen vor dem Gewaltsamen Verschwindenlassen (ICPPED). Mit dem Beitritt Thailands und Südafrikas am 14. Mai und dem Beitritt der Elfenbeinküste am 6. Juni 2024 hat das Übereinkommen jetzt 75 Vertragsstaaten.
Pakistan | Belutschischer Aktivist Jameel Umar seit April verschwunden
Am 15. Mai wurde der kaschmirische Journalist und Dichter Ahmad Farhad aus seinem Haus in Islamabad verschleppt und war mehrere Wochen verschwunden.
Sri Lanka | UNO-Menschenrechtsbüro veröffentlicht Bericht über die mangelnde Aufarbeitung des Verschwindenlassens in Sri Lanka
15 Jahre nach Ende des Bürgerkriegs in Sri Lanka veröffentlichte das Büro des Hochkommissars für Menschenrechte (Office of the High Commissioner for Human Rights, OHCHR) der Vereinten Nationen im Mai 2024 den Bericht „Accountability for Enforced Disappearnaces in Sri Lanka“. In dem Bericht ruft OHCHR die sri-lankische Regierung dazu auf, das Ausmaß an Fällen von Verschwindenlassen sowie die Täterschaft von staatlichen Sicherheitskräften paramilitärischen Gruppen anzuerkennen, und darauf hinzuwirken, den Verbleib der Verschwundenen aufzuklären.
Pakistan | Proteste wegen Verschwindenlassen in Belutschistan
Im Januar protestierten tausende Menschen in Pakistan, besonders Frauen, gegen gewaltsames Verschwindenlassen und außergerichtliche Hinrichtungen im Land. Hunderte Familien von Verschwundenen, die in der Hauptstadt Islamabad seit Dezember 2023 an einer friedlichen Sitzblockade teilgenommen hatten, wurden im Januar 2024 gezwungen, diese zu beenden.
Sri Lanka | Virtuelles Denkmal für die Verschwundenen
Die sri-lankische Webseite Groundviews veröffentlichte im April ein virtuelles Denkmal („Memories of Loved Ones“/„Erinnerungen an Geliebte“) für Verschwundene. Groundviews, eine preisgekrönte Webseite für Bürgerjournalismus in Sri Lanka, erinnert mit einer Fotosammlung von Gegenständen, begleitet von kurzen Texten der Angehörigen, an das Schicksal der Verschwundenen.
Bangladesch | Gewalt und Unterdrückung vor Wahlen im Januar 2024
Human Rights Watch berichtet von massiver Gewalt gegen politische Gegner durch die Regierung in Bangladesch. Nach einer Großkundgebung der Opposition in Vorbereitung auf die Parlamentswahl im Januar 2024 am 28.
Philippinen | Freispruch in Verschwindenlassen-Prozess zeigt Straflosigkeit auf
Am 6. Oktober wurde Jovito Palparan, ein ex-General der philippinischen Armee, der wegen des Verschleppens und der Folter von zwei Brüdern (Raymond und Reynaldo Manalo) im Februar 2006 in Malolo vor Gericht stand, freigesprochen. Der Richter begründete den Freispruch von Palparan, sowie sieben weiteren Angeklagten, damit, dass die Manalo Brüder die Täter nicht klar identifiziert hatten.




