Allgemeine Informationen
Chile | Nationaler Plan zur Suche nach Verschwundenen 50 Jahre nach Beginn der Pinochet-Diktatur
Zum Internationalen Tag der Opfer des gewaltsamen Verschwindenlassens am 30. August, und kurz vor dem 50. Jahrestag des Militärputschs, stellte der chilenische Präsident Gabriel Boric den Nationalen Plan zur Suche nach Verschwundenen vor. In Chile wird die Zahl der Opfer des gewaltsamen Verschwindenlassens der Pinochet-Diktatur auf mindestens 1469 Menschen geschätzt. Bis heute sind davon nur von 307 Opfern Überreste gefunden und identifiziert worden.
China | Aufruf zur Freilassung von Gao Zhisheng
Mehrere Menschenrechtsorganisationen haben zum 6. Jahrestag des Verschwindens des chinesischen Menschenrechtsanwaltes Gao Zhinsheng seine Freilassung gefordert. Gao Zhisheng war bereits mehrere Male inhaftiert worden und ist seit dem 13. August 2017 verschwunden. Die Behörden weigern sich seinen Aufenthaltsort zu nennen.
Frankreich/Syrien | Ex-Anführer einer islamistischen Miliz in Syrien wegen Verschwindenlassen in Frankreich angeklagt
Zum ersten Mal steht in Frankreich ein wegen Kriegsverbrechen und gewaltsamem Verschwindenlassen Angeklagter vor Gericht. Majdi Nema war der Anführer der islamistischen Miliz Jaysh al-Islam (Dschaisch al-Islam) und wurde 2020 in Marseille festgenommen. Er wird unter anderem beschuldigt, an dem gewaltsamen Verschwindenlassen der Menschenrechtsanwältin Razan Zaitouneh beteiligt gewesen zu sein.
Kolumbien | Ex-General übernimmt Verantwortung für gewaltsames Verschwindenlassen
Am 19. September erkannte der kolumbianische ehemalige General Henry William Torres Escalante vor der Sondergerichtsbarkeit für den Frieden (JEP) seine Verantwortung in 196 Fällen von außergerichtlichen Hinrichtungen und Verschwindenlassen an. Torres Escalante war Kommandant der 16. Brigade, die in der Region Casanare stationiert war.
Mexiko | Entwicklungen im Fall Ayotzinapa: Abschied der Expertengruppe GIEI, 9. Jahrestag und schleppende Justiz
Am 25. Juli gaben Ángela Buitrago und Carlos Beristain, Mitglieder der unabhängigen Expertengruppe GIEI (Grupo Interdisciplinario de Expertos Independientes), die die Ermittlungen im Fall Ayotzinapa seit 2015 begleiteten, eine Pressekonferenz in der sie ihren sechsten und letzten Bericht zum Fall Ayotzinapa vorstellten.
Mexiko | Rückschläge bei der Suche nach Verschwundenen
Am 23. August trat Karla Quintana Osuna als Leiterin der nationalen Suchkommission (Comisión Nacional de Búsqueda, CNB) zurück. Seit einigen Monaten gab es Konflikte zwischen Quintana und der Regierung von Andrés Manuel López Obrador im Zusammenhang mit den Daten zu Opfern von Verschwindenlassen in Mexiko.
Peru | 20 Jahre nach Abschlussbericht der Wahrheitskommission – kleine Schritte zur Gerechtigkeit
Vor 20 Jahren beendete die peruanische Wahrheitskommission (Comisión de la Verdad y Reconciliación) ihre Arbeit und legte am 28. August 2003 ihren Abschlussbericht vor. Ihren Einschätzungen nach, fielen dem bewaffneten Konflikt (1980-2000) fast 70,000 Menschen zum Opfer, besonders in ländlichen Regionen mit hauptsächlich indigener Bevölkerung, wie zum Beispiel in Ayacucho.
Philippinen | Mehr Fälle von gewaltsamem Verschwindenlassen unter Marcos Jr.
Am 2. September wurden die Umweltaktivistinnen Jonila Castro und Jhed Tamano verschleppt und blieben zwei Wochen lang verschwunden. Die Aktivistinnen beschuldigten das Militär, für ihr Verschwindenlassen verantwortlich zu sein, während die Regierung sie als linke Oppositionelle darstellte.
Schweiz/Belarus | Historischer Prozess zum Verschwindenlassen in Belarus endet mit Freispruch
Im September endete in St. Gallen ein als historisch angesehenes Gerichtsverfahren wegen Verschwindenlassen gegen ein ehemaliges Mitglied der Sondereinheit SOBR des belorussischen Militärs, Juri Garawski, mit dem Freispruch des Angeklagten. Es war die erste Anklage weltweit zum Tatbestand des Verschwindenlassens, die auf dem Weltrechtsprinzip beruhte.
Spanien | Kartographie für die Erinnerung an die Verschwundenen in Andalusien
In der spanischen Region Andalusien sind in der Franco-Ära (1936-1951) ungefähr 43.449 Personen verschwunden worden, mehr als in allen anderen Regionen Spaniens. Es gibt 798 Massengräber, die meisten von ihnen wurden nie ausgehoben, denn in Spanien galt lange ein „Pakt des Vergessens“, der die Aufarbeitung der Verbrechen unmöglich machte.




