Allgemeine Informationen
Türkei | Erneut Festnahmen bei Versammlungen der Samstagsmütter
Wie bereits in vorigen Monaten wurden im August und im September mehrere Mitglieder und Unterstützer*innen der Organisation der Samstagsmütter in Istanbul festgenommen. Zum 20. Mal in Folge wurde es der Organisation verboten, friedlich an die Verschwundenen zu erinnern, trotz eines Urteils des türkischen Verfassungsgerichtshofs.
Ukraine | Schwere Menschenrechtsverletzungen, darunter gewaltsames Verschwindenlassen
Das Büro für Demokratie und Menschenrechte der OSZE veröffentlichte am 17. Juli einen neuen Bericht über die Menschen- und Kriegsrechtsverletzungen in der Ukraine. Laut des Berichts sind willkürliche Festnahmen und gewaltsames Verschwindenlassen in den von Russland besetzten Gebieten weitverbreitet. Den Opfern, die von russischen Truppen festgenommen wurden, wurde vorgeworfen, die ukrainische Regierung unterstützen.
Features | Podcast-Reihe des Ökumenischen Büros über Garífuna in Honduras
Das Ökumenische Büro für Frieden und Gerechtigkeit hat eine Podcast-Reihe über die afroindigene Garífuna Gemeinde Triunfo de la Cruz in Honduras veröffentlicht, die nun auch ins Deutsche übersetzt wurde. Episode 2 erzählt von der Suche nach vier verschwundenen Garífuna Aktivisten. Alberth Sneider Centeno, Milton Martínez, Suami Mejía und Gerardo Róchez wurden im Juli 2020 von schwer bewaffneten Einheiten entführt und sind seitdem Opfer von gewaltsamem Verschwindenlassen.
Veranstaltungen | „Bis wir sie finden“ – Aktionen der Koalition zum Internationalen Tag der Opfer des Verschwindenlassens
Zum Internationalen Tag der Opfer des Verschwindenlassens am 30. August organisierte die Koalition gegen Verschwindenlassen zwei Veranstaltungen zum Gedenken an die Opfer.
Veranstaltungen | Rundreise „Narrative von unten: Geschichten und Erinnerungen an das Verschwindenlassen in Mexiko“ – noch bis zum 12.10.2023
Seit dem 22. September begleitet das Ökumenische Büro für Frieden und Gerechtigkeit die Deutschlandtour der Angehörigengruppe Voz de los Desaparecidos en Puebla („die Stimme der Verschwundenen in Puebla“) und der mexikanischen Organisation Técnicas Rudas. Ziel der Tour ist es, die Teilnehmenden mit neuen Erzählungs- und Erinnerungsmethoden über das gewaltsame Verschwindenlassen in Mexiko zu informieren und darüber zu diskutieren.
Veranstaltungen | Vestigios („Überbleibsel“): Immersive Ausstellung in Chile über verschwundene Jugendliche
Seit dem 22. August ist im Centro Cultural La Moneda in Santiago de Chile eine immersive Ausstellung zu sehen, die an 51 Jugendliche, die während der Militärdiktatur Augusto Pinochets Opfer von Verschwindenlassen wurden, erinnert. Hologramme der Angehörigen von sechs dieser Verschwundenen Jugendlichen erzählen den Besucher*innen der Ausstellung deren Geschichte. Es ist das erste Projekt, dass sich ausschließlich mit den minderjährigen Opfern der Diktatur befasst.
Veranstaltung | Buchvorstellung „Verschwunden und ermordet. Europäische Opfer des geheimen Haft- und Folterlagers El Vesubio in Argentinien” – Lesung und Gespräch
Am 21. September wurde im Fritz Bauer Forum in Bochum das neu erschienene Buch „Verschwunden und ermordet. Europäische Opfer des geheimen Haft- und Folterlagers El Vesubio in Argentinien” vorgestellt.
Narrative von unten: Geschichten und Erinnerungen an das Verschwindenlassen in Mexiko
Weit über hunderttausend Menschen gelten in Mexiko als verschwunden. Hinter der unfassbaren Zahl verschwindet auch das Schicksal der einzelnen, ihrer Familien, Freund:innen und Gemeinschaften, ihrer Kämpfe, Träume, Sehnsüchte und Zukunftspläne. Und es verschwinden die gesellschaftlichen und politischen Ursachen dieses gigantischen Menschenrechtsverbrechens. Gemeinsam mit María Luisa Núñez Barojas, Gründerin eines Kollektivs suchender Angehöriger, der feministischen Aktivistin, Künstlerin und Wissenschaftlerin Itzell Sánchez Martínez und dem Musiker und Liedermacher Arturo Muñoz Rodríguez wollen wir neue Wege der Erzählung und der Erinnerung über das gewaltsame Verschwindenlassen suchen. Auf die Teilnehmenden warten ein aktueller Dokumentarfilm, eine Ausstellung mit Puppen und Bildern, Information, Begegnung und Gespräch, Lieder, Performances und Aktionen im öffentlichen Raum.
„Bis wir sie finden“ – zum Internationalen Tag der Opfer des Verschwindenlassens
Seit dem 15. Januar 2023 fehlt von dem mexikanischen Anwalt Ricardo Lagunes und dem Umweltaktivisten Antonio Díaz jede Spur. Lediglich ihr Geländewagen wurde von Schüssen durchsiebt am Straßenrand gefunden. Auf den Philippinen werden Dexter Capuyan und Gene Roz Jamil „Bazoo“ de Jesus, die sich beide für die Rechte der indigenen Bevölkerung einsetzen, seit dem 28.
Der Internationale Tag der Opfer des Verschwindenlassens
„Verschwindenlassen ist eine Menschenrechtsverletzung, die in alle Bereiche der Persönlichkeit eingreift. Sie trifft nicht nur das Opfer selbst, sondern fügt auch allen Angehörigen großes Leid zu. Die oft jahrelange Ungewissheit über das Schicksal eines geliebten Menschen ist nicht weniger quälend als Folter“.






